Petrus der Mitälteste - dienen statt herrschen - Creation and Evolution

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Petrus der Mitälteste - dienen statt herrschen

Deutsch > Forschungsbereiche > Biblische Theologie

P. Rüst (2008), Predigt Flüehli, Schwarzenburg (Schweiz), etwas erweitert, 10 S.
http://www.aneste.ch/files/PetrusMitältester+.pdf (588 kB)
oder ohne Bilder, nur Text, 8 S.:
http://www.aneste.ch/files/PetrusMitältester.pdf
(80 kB)


 

Wer ist
Herr (Kyrios)
der Gemeinde -

Christus,
der Allherrscher
(Pantokrator)

oder Kaiser Konstantin?

Inhalt:

1. Apostel und Älteste
2. Apostel: Augenzeugen des Auferstandenen und Sklaven des Herrn
3. Wort Gottes - Basis für die Leitung der Gemeinde
4. Hirten als Vorbilder der Herde
5. Fels und Fundament ist Christus
6. Die Schlüssel des Himmelreiches
7. Gnadengaben zum Gemeindebau
8. Herrschsucht zerstörte die Kirche
9. Christus allein ist Herr



- Als "Apostel Jesu Christi" schreibt Petrus seinen 1. Brief an die "Fremdlinge von der Zerstreuung" in Kleinasien. Diese Christen "haben hier keine bleibende Stadt", sondern freuen sich auf die ewige Heimat. Als "Mitältester" ermahnt Petrus ihre Ältesten, gute Hirten zu sein. Er stellt sich ihnen damit gleich.

- Dass er und andere Apostel sich "Apostel Jesu Christi" nennen, unterstreicht nicht irgendwelche eigene Amts- oder gar Herrschervollmacht, sondern betont Gottes Autorität und Offenbarung. Apostel und andere Augenzeugen des Auferstandenen bezeichnen sich selbst als dessen "Sklaven" - auf der gleichen Ebene wie ihre Mitchristen. Nur durch Gnade sind sie alle, was sie sind.


- Einzig das Wort Gottes bildet die Grundlage für die Leitung der Gemeinde, und zwar durch die Gaben des Heiligen Geistes. Apostel formulierten das überlieferte Wort Gottes, Propheten verkündigten es, Lehrer lehren es in ihren eigenen Gemeinden, und Dienste überzeugen durch Liebe. Die Ältesten haben keinerlei spezielle Amtsvollmacht, sie sind einfach die Steuerleute des Schiffchens.


- Als Hirten sind die Ältesten Vorbilder der Herde. Petrus versteht sich nicht als "Oberhirten" - eine Bezeichnung, die er Jesus, dem guten Hirten vorbehält -, sondern als einen von vielen gleich stehenden Unterhirten oder "Mitältesten", deren allerwichtigste Charakterisierung die unbedingte Liebe zu Jesus ist. Petrus war sich bewusst, dass seine Verleugnung diese Liebe sehr infrage stellte.

- Petrus verstand sich keinesfalls als über den anderen Aposteln oder irgendwelchen anderen Gläubigen stehend. Jeder von ihnen ist direkt und einzig seinem Herrn Jesus Christus verantwortlich. Der "Fels", auf den Jesus seine Gemeinde baut, ist nicht Petrus, sondern Jesus selbst, wie der Zusammenhang und jede Verwendung des Begriffes "Fels" beweisen.



- Die "Schlüssel des Himmelreiches" gab Jesus nicht nur dem Petrus, sondern allen Aposteln. "Binden" und "Lösen" bezeichnete nach jüdischem Sprachgebrauch die Erklärung, was gemäss Gottes Wort nicht erlaubt, bzw. erlaubt ist. Jeder Jünger Jesu hat seit Pfingsten die Vollmacht, einem Mitchristen Vergebung einer Sünde bzw. das Freisein von einer Bindung zuzusprechen.

- Die Gnadengaben, die der Heilige Geist der Gemeinde Jesu für ihren Aufbau gibt, sind keine von einer Kirchenhierarchie offiziell verliehenen und beglaubigten Ämter. Der Heilige Geist teilt sie jedem Gläubigen individuell und direkt zu, als Aufgaben zu Gottes Ehre und zum Heil für andere Menschen, zur Ausübung gemäss Gottes schriftlich festgehaltenem Wort.

- Aber bereits in neutestamentlicher Zeit mussten Apostel auch vor Irrlehrern warnen, die aus der Gemeinde selbst kamen und ihre Führungsfunktionen zum Herrschen missbrauchten. Später entstand ein hierarchisches System von Priestern, Bischöfen, Päpsten. Kaiser Konstantin brachte weltliche Macht in diese Kirche, so dass sie sogar begann, Andersdenkende zu verfolgen.

Der lange Abstieg vom

guten Hirten

zu Kaiser Konstantins

der Kaiserin Fausta gewidmeter und mit
viel Gold dekorierter Kirche


- Doch Christus allein ist Herr der Gemeinde und jedes einzelnen Gläubigen, nicht irgendeine kirchliche Machtinstitution. Bevor er in seiner Herrlichkeit kommt, wird er niemanden zwingen, an ihn zu glauben und diese Herrschaft anzunehmen, denn Gott hat den Menschen zu Freiheit und Verantwortung erschaffen. Die Reformatoren forderten: Christus allein, Gnade allein, Glauben allein, die Schrift allein.


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