Nur grüne Pflanzen für Tiere? - Creation and Evolution

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Nur grüne Pflanzen für Tiere?

Deutsch > Forschungsbereiche > Genesis-Interpretation

P. Rüst (2008), "Nur grüne Pflanzen für Tiere? - Ein Argument des Kurzzeitkreationismus, dem die Bibel widerspricht", Manuskript, 3 S.
http://www.aneste.ch/files/PflanzenfürTiere.pdf

 

Ein Pseudoargument des Kurzzeitkreationismus:
"...durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen
... und durch die Sünde der Tod" (Römer 5,12)

- daher: Tod kam mit Sündenfall Adams
- daher: kein Tod vor Adam
- daher: keine Tiere starben vor Adam
- daher: keine Fleischfresser vor Adam

Ein vermeintlicher Beleg dafür:
Was gab Gott Menschen und Tieren zur Speise?

- den ersten Menschen und Tieren "grünes Kraut" (1. Mose 1,30)
- erst Noah ausser dem "grünen Kraut" auch Fleisch (1. Mose 9,3)

Inhalt:

1. Kurzzeitkreationismus
2. Allen Tieren grünes Kraut als Schöpfungsordnung?
3. Neben grünem Kraut für Noah neu auch Fleisch?
4. Ungereimtheiten im direkten Zusammenhang
5. Die Verwendung von Fischen
6. Schöpfungsordnung ohne Nahrungsrestriktionen
7. Keine neue Nahrungsordnung für Noah, sondern Sühne für vergossenes Blut
8. Kurzzeitkreationismus im Widerspruch zur biblischen Gesamtschau

 

- Das kurzzeitkreationistische Argument, Gott habe Mensch und Tier anfänglich nur "grünes Kraut", und erst Noah zusätzlich Fleisch zur Speise gegeben, ist aufgrund des Bibeltextes nicht stichhaltig.

- Es ist den Tieren
, dass Gott in 1. Mose 1, 30 das "grüne Kraut" zuteilte.

- In 1. Mose 9, 3 bezieht sich das "grüne Kraut" auf menschliche
Speise.

- Noah opferte Tiere bevor Gott ihm die Fleischnahrung erlaubt haben soll. Ebenso Abel. Ass während 1000 Jahren niemand Fleisch? Wann begann der Leopard Fleisch zu fressen: gerade nach Adams Fall oder erst nach der Sintflut? Als Fleischfresser hätte er in der Arche nichts fressen dürfen. Jede Umwandlung eines Pflanzenfressers zum Fleischfresser wäre ein enormes göttliches Wunder gewesen, von dem die Bibel nichts sagt.

- Das "grüne Kraut" ist im ganzen Alten Testament nur in 1. Mose 1,30 und 9,3 erwähnt. Das "Herrschen über die Fische" kommt im ganzen 1. Mosebuch nur in 1,28 und 9,2 vor, also an den gleichen beiden Stellen. Wie soll man über Fische herrschen, ohne sie zu essen? Der Tod existierte also bereits in der Schöpfungsordnung vor Adams Sündenfall.

- Was sagt 1. Mose 1, 26-30 wirklich
über die Speise? Für die Menschen gibt es "samentragendes Kraut" und "samentragende Baumfrüchte", also die Hauptkomponenten der menschlichen Nahrung: Getreide als Grundnahrung und Früchte für Vitamine. Für die Tiere sind nur Pflanzen erwähnt, da im Endeffekt sämtliche Nahrung von diesen stammt. Wie sollten Leser dieses Textes auf die Idee kommen, der Leopard hätte einmal Gras gefressen? Fleisch als Nahrung wird nirgends ausgeschlossen!

- 1. Mose 9, 1-7 enthält Gottes Segen für Noah. Zentral dabei ist die unermessliche Würde des menschlichen Lebens, symbolisiert im Blut, das auf das Sühnopfer Jesu hinweist. Neu ist von Noahs Zeit an, dass Mord nun durch eine menschliche gerichtliche Obrigkeit zu bestrafen ist. Dass erst nun Fleisch gegessen werden dürfe, steht nirgends
!

- Dass Gott den Menschen den Verzehr der geopferten Tiere verboten hätte und dass er die heutigen Fleischfresser (die meisten Tiere) derart manipuliert habe (ohne jegliche Erklärung) widerspricht der biblischen Art von Gottes Handeln.

- All dies gilt schon aus biblischer Sicht. Dazu kommt die Realitätsfremdheit des Kurzzeitkreationismus, dokumentiert z.B. durch die Zuverlässigkeit der Datierungen, die physikalische Unmöglichkeit einer globalen Flut, die genetische Kontinuität zwischen allen biologischen Arten und ihre nur langsame Veränderbarkeit.

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