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Der Genesisbericht und die Evolution

Deutsch > Forschungsbereiche > Genesis-Interpretation

P. Rüst & A. Held (2003), Texte aus dem VBG-Institut 1/03, 28 S. (VBG); http://www.aneste.ch/files/GenEvo.pdf
ursprünglich veröffentlicht durch das VBG-Institut, dort nicht mehr verfügbar
(erweiterte Übersetzung aus dem englischen A. Held & P. Rüst (1999),
"Genesis reconsidered", Perspectives on Science and Christian Faith 51/4, 231-243)

Zusammenfassung:

Man hat die Bibel und die Schöpfung als die zwei Bücher göttlicher Offenbarung bezeichnet, darum sind Harmonisierungsversuche durchaus berechtigt. Die Hauptaussagen von Bibel und Natur sind natürlich nicht identisch, aber da die Bibel gleich "am Anfang" ausführlich über die Entwicklung des Lebens auf der Erde spricht, ist es naheliegend, Bibel und Naturwissenschaften miteinander zu vergleichen. Allerdings ist es notwendig, beide Offenbarungen sehr sorgfältig zu interpretieren und weltanschauliche Vorurteile möglichst auszufiltern.

Durch drei Dinge, die bisher entweder gar nicht oder zu wenig berücksichtigt wurden, gelingt es, viele scheinbare Widersprüche und Spannungen aufzulösen:

(a) Ausschlaggebend ist letztlich der hebräische Grundtext, dessen Aussagen wir anhand wissenschaftlicher Wörterbücher und im Textzusammenhang, für jedermann nachvollziehbar, deuten.

(b) Der sogenannte "Schöpfungsbericht" ist laut eigenem Untertitel (1. Mose 2,4) ein Stammbaum! Er beschreibt, wie sich das Leben im Laufe der "Geschlechterfolgen" von ersten Anfängen im Urozean, über dem Gottes Geist "brütete" (1. Mose 1,2), über Wassertiere und dann Landtiere bis hin zum Menschen entwickelte. Die Bibel lehrt "Abstammung im Erschaffenwerden", also Schöpfung und Evolution (1. Mose 2,3-4).

(c) Der Text ab 1. Mose 2,4b ist nicht ein "anderer Schöpfungsmythos", sondern die logische und chronologische Fortsetzung des Schöpfungsberichtes! Dort ist beschrieben, wie Gott in eine Bundesbeziehung zum ersten auserwählten Menschen tritt. Adam ist ein Vorläufer des Messias und wird von Gott im Nahen Osten, und zwar während des siebten Tages, speziell gebildet - im Mutterleib, wie der Grundtext zeigt!


Vierwaldstättersee, Schweiz: Der Axenfels bei Flüelen UR. Gefaltete Gesteinsschichten (Helvetische Decken, während der Kreidezeit sedimentiert)

- Sedimente lagerten sich in klar unterscheidbaren Lagen verschiedener Art ab, die sich über grosse Gebiete erstrecken und durch unterschiedliche Fossiliengemeinschaften charakterisiert sind. Sie müssen zu soliden Felsschichten geworden sein. Wenn diese sich dann in sanften Rundungen falten, ohne dabei zu brechen, müssen sie zuerst vom Ozeanboden (wo sie entstanden sind) tief in die Erde hinunter transportiert worden sein, wo Temperatur und Druck genügend hoch waren, um sie plastisch zu machen. Dann muss das gesamte Paket während eines Gebirgsbildungsprozesses in die Höhe gebracht und dann erodiert worden sein, um sichtbar zu werden.

- All dies brauchte sehr lange Zeiten, mindestens in den Jahrmillionen - was natürlich durch viele voneinander unabhängige Datierungsmethoden auch bestätigt worden ist. Im Falle des Axenfelses handelt es sich um etwa 100 Millionen Jahre.

- Der Kurzzeitkreationismus ist deshalb widerlegt.

- Macht dies aus den ersten Genesiskapiteln eine Sammlung von Mythen? Nicht, wenn eine mögliche Harmonisierung gefunden werden kann zwischen einem historischen Adam, wie er in Genesis und späteren Bibelpassagen, die sich darauf beziehen, beschrieben ist, einerseits, und echten Menschen, die viele Jahrtausende früher lebten, was die Wissenschaft nachweist, andererseits. Hiervon handelt unsere Arbeit. Es muss Präadamiten gegeben haben, die zwischen den beiden Ereignissen der Erschaffung der ersten Menschen nach Gottes Bild (Gen.1,27) und der Bildung Adams für eine neue Aufgabe (Gen.2,7) unterscheidet.

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Last updated Okt 17 2011 | paraske@aneste.ch

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